10 Jahre Wohnbrücke Hamburg
Hamburg
Integrative Wohnraumversorgung für Menschen mit Fluchthintergrund
Das Projekt Wohnbrücke Hamburg der Lawaetz-wohnen&leben gGmbH hat 10-jähriges Jubiläum. Seit seiner Gründung im November 2015 engagiert sich das Projekt in der Wohnraumversorgung von Menschen mit Fluchthintergrund. In den letzten 10 Jahren konnten dank des Projektes 4.668 Menschen aus öffentlich rechtlicher Unterbringung in Hamburg in eine eigene Wohnung ziehen und in Hamburger Nachbarschaften ankommen.
Dieser Erfolg des Projektes geht auf die Arbeit des Wohnbrücken-Teams gepaart mit dem ehrenamtlichen Engagement von über 1.500 Hamburger_innen zurück, die als geschulte Wohnungslots_innen seit der Gründung fester Bestandteil des Wohnbrücken-Konzeptes sind.
Bettina Prott, Beirat der Wohnbrücke Hamburg, fasst die Erfolgsgeschichte der Wohnbrücke Hamburg so zusammen: „Die Wohnbrücke ist ein gelungenes Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von professioneller Hilfe und dem Ehrenamt. Die vielen Wohnungslots_innen waren und sind Garant für die gute Integration in das Wohnumfeld und dies mit der verlässlichen Unterstützung durch die Fachkräfte des Projektes. Diese besondere Kooperation wird auch in dem zur Wohnbrücke eingerichteten Beirat mit seinen Vertreter_innen aus Wohnungswirtschaft, Sozialen Einrichtungen, Initiativen und Ideengeber_innen deutlich.“
Die Wohnbrücke Hamburg entstand 2015 durch die ehrenamtliche Initiative von Ute Groll und Anne Woywod als Kooperationsprojekt am „Runden Tisch Integrative Flüchtlingsunterbringung“, an dem Vertreter der Stadt, von Wohlfahrtsverbänden, der Wohnungswirtschaft, von Stiftungen und Kirchen mitwirkten.
„Die unterschiedlichen Akteur_innen wollten damals gemeinsam Wege finden, freie Wohnungen, ziviles Engagement und wohnungssuchende Geflüchtete zusammenzubringen. Die Idee dahinter war, die Integration der geflüchteten Menschen durch ehrenamtliche Unterstützung, professionelle Begleitung und Versorgung mit Wohnraum möglichst schnell und gut gelingen zu lassen.“, so Kirsten Wendt-Nowak, Geschäftsführerin der Lawaetz-wohnen&leben gGmbH.
Ein Ansatz, der sich zwar bewährt und etabliert hat, das Wohnraumproblem in Hamburg jedoch nicht lösen kann. So befinden sich laut Lagebild der Stabstelle Flüchtlinge und übergreifende Aufgaben (SFA) gegenwärtig 36.149 wohnungslose Menschen mit Fluchtgeschichte in öffentlich-rechtlicher Unterbringung. Die Wohnbrücke Hamburg ist weiterhin auf Wohnungsangebote angewiesen, um diesen Menschen den Auszug aus der Unterkunft zu ermöglichen. Die Situation ist schwierig, neue Anmeldungen von Wohnungssuchenden kann das Projekt erstmalig seit Bestehen nicht annehmen, so das Team der Wohnbrücke Hamburg und weiter „Dieser Schritt ist uns sehr schwergefallen, aber unsere Anmeldungen übertreffen so deutlich die Versorgungsoptionen, dass wir nur falsche Hoffnungen bei den Menschen schüren würden.“
Trotzdem feierte die Wohnbrücke Hamburg ihr Jubiläum, um sich bei den vielen Ehrenamtlichen gebührend zu bedanken. Mit sehr viel Engagement und Ausdauer sind die Wohnungslots_innen ein treibender Faktor der Wohnbrücke Hamburg.
Wohnungslotse Babak Dashtban ist gern der Einladung zur Jubiläums-Feier der Wohnbrücke Hamburg gefolgt und sagt: „Seit vielen Jahren begleite ich geflüchtete Menschen auf ihrem Weg zu einem eigenen Zuhause. Die Wohnungssuche ist oft eine große Herausforderung und genau hier zeigt sich, wie wertvoll engagierte Unterstützung sein kann. Die Zusammenarbeit mit der Wohnbrücke bedeutet mir viel, weil sie Brücken baut zwischen Menschen, Institutionen und neuen Lebensperspektiven. Ich freue mich, Teil dieses gemeinsamen Engagements zu sein und hoffe, dass wir auch in Zukunft vielen Familien zu einem sicheren Zuhause verhelfen können.“
Neben der professionellen Begleitung durch die Wohnbrücke Hamburg, dienen die Wohnungslots_innen als zusätzliche Ansprechperson bei der Wohnungsvermittlung und im Mietverhältnis für Vermietende. Primär unterstützen sie allerdings die Menschen mit Fluchthintergrund bei der Wohnungssuche und in ihrem ersten eigenen Wohnumfeld in Deutschland. Sie zeigen den Familien soziale Angebote in der Nachbarschaft, binden Kinder in Vereinen an oder erklären, wie Wohnen in Deutschland funktioniert.
Die Wohnungslots_innen leisten so einen entscheidenden Beitrag zur gelingenden Integrationsarbeit. Die Wohnbrücke Hamburg ermöglicht und begleitet diese Arbeit durch Schulungen, Austauschtreffen sowie die Ermittlung der Bedarfe der Ehrenamtlichen. Insgesamt wurden 101 Schulungen in Präsenz und online durchgeführt, in denen 1.555 Ehrenamtliche durch die Wohnbrücke Hamburg qualifiziert wurden.
Mit diesem Ansatz ist es der Lawaetz-wohnen&leben gGmbH gelungen, für die Wohnbrücke Hamburg erneut eine Finanzierung durch die Deutsche Fernsehlotterie zu erhalten und den Fortbestand des Projektes für die laufende Förderperiode (2023-2026) zu sichern. Zum jetzigen Zeitpunkt existiert keine Anschlussfinanzierung ab dem Jahr 2027.
Pressekontakt:
Ilka von Engel
Lawaetz-wohnen&leben gGmbH | Amandastr. 60 | 20357 Hamburg
Tel. 040 334659077 |vonengel@lawaetz-ggmbh.de
Weil aller Anfang Wohnung ist.®
Die Lawaetz-wohnen&leben gGmbH unterstützt seit 30 Jahren Menschen in schwierigen Lebenssituationen, eigenen Wohnraum zu finden, im Wohnumfeld anzukommen und ihre Mietverhältnisse langfristig zu sichern. In acht Projekten arbeiten die Mitarbeiter_innen für unterschiedliche Zielgruppen wie wohnungslose Menschen, Careleaver aus betreuten Wohnformen, Frauenhausbewohnerinnen sowie LSBTI*-Geflüchtete aus Wohnunterkünften. www.lawaetz-ggmbh.de